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USA- und Russland-Flaggen im Hintergrund mit einem Stapel Palladium und einem Computer, auf dem ein exponentiell wachsender grüner Pfeil zu sehen ist.

Warum die Spannungen zwischen den USA und Russland die Palladiumpreise in die Höhe treiben

Mögliche Sanktionen gegen russische Exporte lösen Marktreaktionen aus

Die Palladiumpreise stiegen um bis zu 9,5%, nachdem Berichte bekannt wurden, dass die Biden-Administration bei einem kürzlichen G-7-Finanztreffen in Washington Sanktionen gegen russische Palladiumexporte vorgeschlagen hatte. Diese Diskussionen spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, Präsident Wladimir Putins Regime wirtschaftlich unter Druck zu setzen, während Russland weiterhin weltweit in der Kritik steht.

Russlands MMC Norilsk Nickel PJSC ist der weltweit größte Produzent von Palladium, das vor allem in Katalysatoren für Autos verwendet wird. Obwohl Norilsk Nickel keinen Kommentar abgab, haben die möglichen Sanktionen Marktängste geschürt und Händler dazu veranlasst, bullische Positionen auf Palladium einzugehen.

Marktreaktionen und mögliche Angebotsengpässe

Südafrikanische Produzenten profitieren von Sanktionsrisiken

Da Norilsk Nickel für etwa 40% der weltweiten Palladiumversorgung verantwortlich ist, könnte jede Störung der russischen Exporte zu einer erheblichen Marktverknappung führen. Derzeit verkauft das Unternehmen den Großteil seiner Produktion nach China, liefert aber auch weiterhin Palladium in die USA, da es dort bisher kein Importverbot gibt.

Die Aussicht auf Sanktionen hat die Kaufaktivität angeheizt, wobei Händler sich auf mögliche Angebotsengpässe vorbereiten. „Angst ist der Handel“, sagte Daniel Ghali, leitender Rohstoffstratege bei TD Securities, und stellte fest, dass Trendfolger ihre bullischen Wetten verstärken. Die Aktien der vier größten Palladiumproduzenten in Südafrika—der zweitgrößten Quelle des Metalls—stiegen um über 10%, nachdem Unternehmen wie Sibanye Stillwater Ltd. die Produktion in ihren US-Minen aufgrund zuvor schwacher Preise zurückgefahren hatten.

Dan Smith, Forschungsleiter bei Amalgamated Metal Trading, betonte, dass ein potenzieller Rückgang der russischen Versorgung zu einem engeren Markt führen könnte, da andere Produzenten wie Südafrika den Ausfall möglicherweise nicht ausgleichen können. Dies würde voraussichtlich den Aufwärtsdruck auf die Palladiumpreise in naher Zukunft aufrechterhalten.

Der breitere Trend: Geopolitik und Rohstoffmärkte

Die steigenden Palladiumpreise verdeutlichen einen breiteren Trend, bei dem geopolitische Spannungen zunehmend zu Schwankungen auf den Rohstoffmärkten führen. Die Aussicht auf Sanktionen und mögliche Lieferstörungen, insbesondere bei Metallen, die für strategische Industrien wichtig sind, führt oft zu spekulativen Käufen und Preisschwankungen. Während Länder bestrebt sind, sich kritische Ressourcen zu sichern, werden diese Dynamiken weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung globaler Lieferketten und Handelsbeziehungen spielen und die enge Verbindung zwischen Wirtschaft und internationaler Politik hervorheben.

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